Chefs Culinar und Kfz-Teile Kastner sind zwei bedeutende Mittelständler in Zusmarshausen. Bei seinem Besuch in den Unternehmen zeigte sich der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz (CSU) beeindruckt von der unternehmerischen Leistung – war aber auch offen für Kritik.

 „Wir sind Dienstleister, keine Logistiker“, stellt der Niederlassungsleiter von Chefs Culinar, Günter Sauer, fest, als er die Besuchergruppe – der neben Durz auch der Zweite Bürgermeister von Zusmarshausen, Robert Steppich, sowie die Markträte Hubert Kraus, Alfred Hegele und Wolfgang Neff angehören – durch das Unternehmen führt. Bei dem Mittelständler dreht sich alles rund ums Essen. Ob Frischfleisch, Tiefkühlware oder Obst und Gemüse: All das liefert der 850-Mann-Betrieb an Restaurants, Hotels und Krankenhäuser in ganz Süddeutschland und Österreich. „Dafür brauchen wir eine Flotte von 180 Lkw“, ergänzt Markus Dambacher, der zusammen mit seinem Kollegen Sauer die Niederlassung leitet.

Heinrich Bierling führt die Besucher unterdessen durch die Frischfleischproduktion. Der Leiter dieses Unternehmensbereiches beklagt dabei den zunehmenden Fachkräftemangel. „Metzger und Kraftfahrer zu finden ist eine große Herausforderung“, so Bierling. Doch die werden dringend gebraucht: „Alleine hier am Standort zerlegen wir unter anderem zwölf Tonnen Färse pro Tag“, berichtet Bierling. Dabei werde besonders auf eine hohe Qualität sowie Regionalität der Ware geachtet.

 Das Problem des Fachkräftemangels hat Reinhard Kastner bereits erfolgreich überwunden – zumindest mit Blick auf seine Nachfolge. Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern, um das Unternehmen, das laut eigenen Angaben mit seinem Sortiment einmalig in Süddeutschland ist, zu übernehmen. „Das ist nicht selbstverständlich. Viele Mittelständler in Deutschland haben Probleme, einen Nachfolger für ihr Unternehmen zu finden“, weiß Durz, der im Wirtschaftsausschuss des Bundestages sitzt.

 Geärgert hat sich Kastner, bei dessen Unternehmen rund 50 Mitarbeiter das Angebot von 150.000 Ersatzteilen ermöglichen, über die anfänglichen Unklarheiten bei der Einführung der Datenschutzgrundverordnung. „In der Tat war da viel Unsicherheit im Raum. Als nationaler Gesetzgeber präzisieren wir die DSGVO im Nachgang. So haben wir in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause das Zweite Datenschutzanpassungsgesetz verabschiedet, mit dem wir kleine Unternehmen von der Pflicht entbinden, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen“, so Durz.

 Was den CSU-Politiker jedoch freut, ist der Tatendrang, mit dem Kastner neue Projekte vorantreibt. So berichtet der Unternehmer von den Fortschritten bei seinem Projekt der „Seebühne Zusmarshausen“, bei dem ein viergeschossiges Gebäude am Rothsee mit Saalbetrieb, Restaurant, Café, Biergarten sowie einem Fitnessstudio entstehen soll.

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