Kissing. Der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz (CSU) besucht S+P Samson in Kissing. Denn der Etikettenhersteller will in Zukunft Mülltonnen zum Sprechen bringen. Welche Vorteile das für den Klimaschutz haben kann, darüber diskutiert Durz unter anderem mit Geschäftsführer Karl Tochtermann.

„Dass Smartphones, Fernseher und Kühlschränke mit dem heimischen W-Lan verbunden sind und so mit ihren Besitzern sprechen können, ist keine Neuheit. Von meinen Mülltonnen kenne ich dieses Phänomen bisher aber nicht“, zeigt sich Durz gespannt auf den Besuch bei dem Mittelständler, der rund 90 Mitarbeiter am Standort in Kissing beschäftigt. Doch Geschäftsführer Tochtermann erklärt, wie es funktionieren soll: „Wir stellen Etiketten mit RFID-Transpondern her, mit denen jede Mülltonne einem Haushalt zugeordnet werden kann. Der Müllwagen erkennt dank neuster Technik die Tonne und könnte so zum Beispiel erfassen, wieviel Liter Müll sie enthält.“

Am Ende des Jahres könnte dann die Gemeinde für jeden Haushalt eine individuelle Müllrechnung erstellen. „Jeder zahlt damit für genau die Menge Müll, die er auch verursacht hat“, so Roland Arndt, Leiter der Fertigung. Neben dieser seien auch andere Ideen leicht umsetzbar. „Dieselbe Technik steckt heute in jeder Bankkarte und in jedem Smartphone, um kontaktlos bezahlen zu können.“

Durz zeigt sich von der Idee des Weltmarktführers angetan und findet, dass sie auch im Lichte der derzeitigen Klimaproteste ein Beitrag für mehr Umweltschutz sein kann. „Damit entsteht ein finanzieller Anreiz, die persönliche Müllproduktion zu reduzieren“, so Durz. Als Folge würden unter anderem diejenigen profitieren, die beim Einkauf auf wiederverwendbare Verpackungen setzen würden und somit weniger Müll verursachen. „Innovation statt Verbote – diese Maxime wird durch Ideen, wie sie hier entwickelt werden, mit Leben gefüllt“, lobte Durz den Betrieb, der weltweit unzählige Produkte mit solchen Chips ausstattet. Nur müsse man nun verstärkt darauf Acht geben, dass der Nachbar den Müll auch in die eigene Tonne schmeißt, fügte der CSU-Politiker schmunzelnd hinzu.

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