Diedorf. Der Kreml und das Weiße Haus haben mehr Gemeinsamkeiten, als man dieser Tage denken mag: Die Farbe der Fassade kommt in beiden Fällen aus Diedorf. Dort sitzt mit der Firma Keimfarben der Weltmarktführer für mineralische Farben und Systeme. Jedoch muss sich der Farbhersteller zwei drängenden Problemen stellen, wie der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz (CSU) bei seinem Besuch erfuhr.

 „Das ist beeindruckend“, gab Durz unumwunden zu, als ihm Geschäftsführer Rüdiger Lugert die Kennzahlen des Unternehmens vorstellte. Denn das 140 Jahre alte Familienunternehmen Keimfarben ist keineswegs nur in Bayern präsent. Seine 560 Mitarbeiter verteilen sich auf elf Auslandsgesellschaften rund um den Globus. Gemeinsam erwirtschaften sie einen Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro. Lugert betont dabei die Diversität des Produktportfolios: „Unser breites Angebot von Produkten zeichnet uns aus, auch wenn unser Schwerpunkt natürlich auf den Fassadenfarben liegt“, betont Lugert.

 Doch der mittelständische Betrieb steht auch vor Herausforderungen, wie Lugert berichtet. Zum einen sei der Fachkräftemangel ein Problem für Keimfarben. „Besonders im Zweigwerk in Brandenburg ist es kaum noch möglich, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen“, berichtet Lugert den Anwesenden, zu denen neben Durz auch der Diedorfer Bürgermeister Peter Högg und Vertreter aus dem Marktrat gehören. Auch eine mögliche Änderung der Chemikaliengesetzgebung bereitet dem Unternehmen Sorgen. Denn auf EU-Ebene wird derzeit die Einstufung des für Keimfarben wichtigen Stoffes Titanoxid als krebserregend diskutiert. Durz sagte dem Mittelständler seine Unterstützung zu. „Solche Regelungen dürfen nicht existenzgefährdend für Unternehmen wie Keimfarben werden“, so Durz, der voll des Lobes für das Unternehmen war: „Schließlich machen sie die Welt ein Stück bunter – und dass vom Kreml bis zum Weißen Haus.“

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