Nach den gestrigen intensiven Beratungen bis tief in die Nacht und der heutigen Debatte im Deutschen Bundestag hatten die Abgeordneten zu entscheiden, ob sie für die Aufnahme von Verhandlungen mit Griechenland stimmen.

Aus rein ökonomischer Sicht bin ich der Überzeugung, dass ein Grexit auf Zeit der richtige Weg ist. Dieser würde zwar erhebliche Kosten verursachen, wir müssten Griechenland also auch weiterhin unterstützen, das Land würde aber schneller seine Wettbewerbsfähigkeit wieder zurück gewinnen.

Allerdings ist dieser Weg nur gangbar, wenn Griechenland selbst den Ausstieg aus dem Euro will. Hinzu kommt, dass auch andere Länder in Europa, wie z.B. Frankreich, dem Grexit nicht zustimmen. Deshalb scheidet dieser Weg aktuell aus.

So ist das nun vorliegende Verhandlungsergebnis die beste Lösung, um das Prinzip „Solidarität nur gegen Solidität“ beizubehalten. Vor allem gelang dadurch aber, Europa zusammenzuhalten. Und dieser Zusammenhalt in Europa ist von unschätzbarem Wert, gerade vor dem Hintergrund von Herausforderungen, wie z. B. der Bedrohung durch IS, der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland oder der Flüchtlingswelle.

Deshalb habe ich heute der Aufnahme von Verhandlungen mit Griechenland zugestimmt. Und wenn ich in den letzten Wochen und Monaten auch das Vertrauen in die griechische Regierung verloren habe, in Angela Merkel und Wolfgang Schäuble habe ich höchstes Vertrauen.

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